Geograph, Erfolgsschriftsteller, Kulturmanager:

Adam Olearius | 2

1639 ernannte der Herzog Olearius zum Hofmathematiker und übertrug ihm 1649 die Stelle des Hofbibliothekars.

Gottorfer Codex

Olearius ergänzte die Bibliothek durch orientalische Handschriften und Werke wie den „Gottorfer Codex“, daneben baute er die berühmte „Gottorfer Kunstkammer“ auf.

1650-51 betreute Olearius den Bau der Dreifaltigkeitskirche in Friedrichsberg gegenüber von Gottorf; konstruierte 1654 einen Riesenglobus von drei Metern Durchmessern, entwickelte ein Verfahren zum Schleifen von Linsen und erlernte die Technik des Kupferstichs.

Riesenglobus

1665 publizierte Olearius im Auftrag des Herzogs eine hochdeutsche Kirchenagende, das „Schleswig-Holsteinische Kirchenbuch“, das die niederdeutschen Gesangbücher und Agenden ablöste und bis in das 19. Jahrhundert das gottesdienstliche Leben in den Herzogtümern prägte.

Herausragend ist die Bedeutung von Olearius als Geograph und Völkerkundler. Er war ein unvoreingenommener Beobachter. Die „Offt begehrte Beschreibung Der Newen Orientalischen Rejse“ (1647, überarbeitet 1656) ist die erste umfassende Beschreibung Persiens in der europäischen Literatur und eine der besten Russland-Darstellungen des 17. Jahrhunderts. Zeitgenossen nannten Olearius anerkennend den „holsteinischen Plinius“, die „fruchtbringende Gesellschaft“ nahm ihn 1651 als Mitglied auf.

Kirchenbuch 1665

Die Inschrift auf seinem Epitaph im St.Petri-Dom:
SC. S. Adamo Oleario V. C. L. – Sehr teuer den Seinen, Adam Olearius, dem Hochberühmten. Qui cum orbem – Der, nachdem er zweimal den Erdkreis in östlicher Richtung besehen hatte, darauf zwischen seinen Amtsgeschäften im Dienste der erlauchten Herzöge von Kimbrien die Gebiete, die er gesehen hatte, beschrieben und mit einem sehr großen beweglichen Kunstbau Länder, Himmel und Gestirne wunderbar anschaulich gemacht hatte, selbst endlich der Erde und auch des Ruhmes satt geworden, den Geist erhoben über Sterne und Länder, selig in Christus hinschied 1671, 72 Jahre alt. Dem verdienstvollen Schwiegervater setzte dies Monument in kindlicher Gesinnung Burchard Niederstet Dr. jur.

Literatur: Priesner, Claus, „Olearius, Adam“, in: Neue Deutsche Biographie 19 (1998), S. 517-519 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118736256.html

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