Geograph, Erfolgsschriftsteller, Kulturmanager:

Adam Olearius

getauft 16.8.1603 Aschersleben, † 22.2.1671 Gottorf
(eigentlich Oehlschlegel, Pseudonyme: Ascanius Olivarius, Ascanius d‘Oliva, AdOnis, Adonis Sleidanus, AOnides)

Olearius

Adam Olearius wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Er studierte ab 1620 Theologie, befasste sich ebenso mit Philosophie und Mathematik und eignete sich naturwissenschaftliche Kenntnisse an. 1627 wurde Olearius Magister der Philosophie, 1632 Assessor der philosophischen Fakultät und Kollegiat der „kleineren Fürstenstiftung“. 1630-33 bekleidete er die Stelle des Konrektors am Leipziger Nicolai-Gymnasium.

1633 trat Olearius in den Dienst von Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf. Der Herzog plante eine Fernhandelsroute über Russland nach Persien.

Route

Im November 1633 startete eine gottorfische Gesandtschaft unter Leitung des Hamburger Kaufmanns Otto Brüggemann und des herzoglichen Rates Philipp Crusius nach Moskau, wo sie im August 1634 eintraf. Olearius gehörte der Delegation als Sekretär an. Mit Zar Michail Feodorowitsch wurde ein Vertrag geschlossen, der den Transfer persischer Waren erlaubte. Allerdings war die vereinbarte Gottorfer Gegenleistung von 600 000 Talern jährlich recht unrealistisch.

1635 wurde mit den Vorbereitungen für eine Reise an den persischen Hof begonnen. Leiter war Brüggemann, Olearius erneut Sekretär. Zu der Gruppe zählten Johann Albrecht v. Mandelsloh und Paul Fleming. Diese Reise wurde durch den Reisebericht von Olearius zu einem Meilenstein der Länder- und Völkerkunde.

Ansicht des Kreml

Im Oktober 1635 schiffte man sich ein, erreichte März 1636 Moskau und reiste wolgaabwärts nach Astrachan. Mit einem selbstgebauten Schiff erlitten die Gesandten auf dem Kaspischen Meer bei Derbent Schiffbruch und mussten über Land weiterziehen. Den Winter 1636/7 verbrachte man in Schamacha in der Provinz Schirwan.

Olearius sammelte geographische Informationen und lernte Persisch. Über Sultanie, Kaswin, Kum und Kaschan erreichte die Gesandtschaft im August 1637 Isfahan. Schah Safi I. nahm die Delegation freundlich auf, aber durch taktloses Auftreten verspielten die Delegierten schnell jeden Kredit.

Der Schah entsandte eine Höflichkeitsdelegation nach Gottorf, die mit den Gottorfern abreiste. Astrachan wurde Juni 1638 erreicht. Von dort verfolgte man erneut die Wolgaroute. Ab Reval reiste Olearius der Gruppe voraus. Die Delegation selbst traf im August 1639 in Gottorf ein. Brüggemann wurde für das Scheitern der Mission verantwortlich gemacht und 1640 hingerichtet.

Adam Olearius 1 | Adam Olearius 2

Codex



Sphaera



Gottorf