Allegorie und Repräsentation

Der Kielmannseck Altar

Kielmann

 

Johann Adolf Kielmann (1612 - 1676) wurde 1637 von Herzog Friedrich III. an den Gottorfer Hof berufen. Er machte schnell Karriere und wurde als „Kielmann von Kielmannseck“ geadelt. 1644 übernahm er das Kanzleramt. Kielmann war politisch geschickt und energisch, an Wissenschaft und Kunst interessiert und ein fleißiger Arbeiter – allerdings auch sehr auf seinen Vorteil bedacht.

Nach Friedrichs Tod wurde er wichtigster Berater von Herzog Christian Albrecht. Kielmann betrieb die Gründung der Universität Kiel und vertrat die Anlehnung des Herzogtums an Schweden.

Kielmanns Einfluss und Erfolg zeigt sich darin, dass er im Laufe der Zeit zum Amtmann in fünf Ämtern, Domherrn zu Schleswig und Propst des St. Johannisklosters ernannt wurde. Sein Vermögen wuchs in 30 Jahren um mehr als das Zwanzigfache!

In den Konflikten Gottorfs mit Dänemark wurde Kielmann verhaftet. Er starb im Gefängnis in Kopenhagen. Sein Epitaph füllt die Nordwand des Querschiffs im Dom.

Noch zu Lebzeiten stiftete Kielmann das Altargemälde „Sieg des Christentums über die Sünde“ des Gottorfer Hofmalers und Rembrandtschülers Jürgen Ovens.

Altarbild

 

Es erzählt in barocker Bildsprache und mit raffinierter Bild-in-Bild-Technik die christliche Heilsgeschichte.

Ein Engel in schwarzer Trauerkleidung schwebt auf einer dunklen Wolke, die Kreuznägel in der rechten Hand, das Kreuz selbst im linken Arm. In der Mitte des Kreuzes ist das Auge Gottes zu sehen, darüber flattert die rote Siegesfahne mit dem Auferstandenen.

Links betrachten zwei Engel traurig ein graues Blatt mit dem Sündenfall, rechts hält ein dritter Engel triumphierend das Bild von Christi Geburt in die Höhe. Sein bekränzter Begleiter trägt Palmen-und Lorbeerzweige als Siegeszeichen in seinen Händen.

Siegesbild

 

Unten wälzt sich eine grüne Schlange auf dem Rücken, von grellen Flammen umgeben. Ein liegender Engel deutet auf die Schlange, als wolle er Himmel und Erde den errungenen Sieg verkünden. In der Höhe singen Engelschöre, blasen Posaunen, und werden von der heiligen Cäcilia, Patronin der Musik, auf der Orgel begleitet.

In Grau gehaltene Engel schreiben am Bildrand unten mit Federn die goldene Stifterinschrift nieder:

Inschrift

 

Diesen Altar, geweiht der allerheiligsten Dreifaltigkeit und bestimmt zu heiligen Verrichtungen, hat gemäß geleistetem Gelübde, zum Zeichen demütigsten und dankbarsten Sinnes errichten lassen Johann Adolph Kielmann v. Kielmannseck, des erlauchten Herzogs der Kimbern Geheimen Rates Vorstand, Amtmann in Trittau, Reinbek, auch Hofkanzler, Erbherr in Satrupholm etc. im Jahr der christlichen Zeitrechnung 1664.

Ein mit Sinnzeichen verzierter Rahmen umgibt das Bild. In der Spitze ist der Pelikan zu sehen, der nach antiker Meinung mit seinem Blut die Jungen füttert und für die Liebe Christi steht. Seitlich halten Engel Palmenzweige und Dornenkrone, darunter sind die Leidenswerkzeuge und der krähende Hahn aus der Passionsgeschichte abgebildet. Ganz unten reichen zwei Hände Brot und Kelch aus dem Rahmen und verbinden im Sakrament die Gemeinde vor dem Altar mit dem im Bild gegenwärtigen Sieg über Sünde und Tod.

Ovens



Engel



Palmenzweige



Schlange



Hahn



Kelch