Holland,Humanismus, Hexenprozess:

Caeso Eminga und die Domkanzel

Die Tafeln 3 – 6 stellen das Evangelium von Jesus Christus vor. Obwohl er als Gotteslästerer gekreuzigt wurde (3), bekennt sich Gott zu Christus (4) und erhöht den Auferstandenen zu seiner Rechten (5). Wer sich von seinem lebendigen Geist (6) inspirieren lässt, tut den alten Menschen ab und wird aus Wasser und Geist neu geboren (7, Predigt und Taufe).

Tafel 3 zeigt Golgatha. Engel sammeln Christi Blut im Abendmahlskelch. Unter dem Kreuz stehen Maria, Magdalena und Johannes. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz. (Phil 2,8).

Auferstehung

Tafel 4: Über dem geöffneten Grab mit Engeln schwebt der Auferstandene, unbemerkt von den Wachen. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte. (Mt 28,6)

Auferstehung

Auf Tafel 5 entschwindet Christus in der Wolke seinen Jüngern. Act 1,9: Er wurde aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn vor ihren Augen weg.

Auferstehung

Tafel 6: Maria und die Jünger werden an Pfingsten vom Heiligen Geist ergriffen, über ihnen die Taube mit Strahlenkranz. Act 2,4: Sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen.

Es ist nicht bekannt, wie oft Eminga auf der Domkanzel gestanden hat. Berichtet wird, dass er zusammen mit anderen Domherren in Haft kam, weil sie sich den staatskirchlichen Bestrebungen des Herzogs widersetzten.

Schleswiger Ratsprotokolle überliefern, wie Eminga bei einem Hexenprozess dem Ankläger, der unnachgiebig auf dem Feuertod bestand, ins Gewissen zu reden versuchte: Nicolas, is dat so, dat de armen wyfer, de den dodt und dat fuer vor eren ogen seen, nu seggen und sich solcher dinge unschuldich weten, wolde ick um aller welt gudt nycht in juwer stede stan. Und ysset nicht war und sind se unschuldich, wyll godt wunderbarlich strafen. Kurz darauf, setzt der Schreiber hinzu, starb die Frau des Anklägers und er selbst musste in Armut sein Leben fristen.

Literatur: D. Ellger, Die Kunstdenkmäler der Stadt Schleswig II, 1966

Domkanzel 1 | Domkanzel 2

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Melanchthon



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