Renaissance, Reformation, Repräsentation:

Das Grabmal für König Friedrich

Friedrich

Ein Staat ist dann am glücklichsten, wenn alle dem Fürsten gehorchen, der Fürst sich nach den Gesetzen richtet und die Gesetze den Prinzipien von Gerechtigkeit und Billigkeit entsprechen.

Diesen Grundsatz hatte Erasmus von Rotterdam 1516 aufgestellt. Wie sah die politische Wirklichkeit der Zeit aus?

Christian II., der Neffe und Vorgänger von Friedrich I. (1471-1533) auf dem dänischen Thron, hatte sich mehr durch Machiavelli als durch Erasmus inspirieren lassen:

Ich bin der Meinung, dass es besser ist, draufgängerisch als bedächtig zu sein. Fortuna ist ein Weib; um es unterzukriegen, muss man es schlagen und stoßen. (Il Principe, 1513)

Rücksichtslos hatte Christian II. seine politischen Ziele verfolgt und sich mächtige Feinde gemacht. Der Terror gegen die schwedische Führungsschicht im Stockholmer Blutbad (1520) hatte zum Aufstand unter Gustav Wasa und zur Trennung Schwedens von Dänemark geführt. Die Förderung von Bauern und Bürgertum hatte den dänischen Hochadel verprellt und Lübeck als Vormacht des Ostseehandels auf den Plan gerufen. Christians Nähe zur Wittenberger Reformation – er ließ sich von Andreas Bodenstein von Karlstadt beraten – hatte die dänischen Bischöfe erzürnt.

1523 wurde Christian II. ins Exil gezwungen - was den Dänen und den mit ihnen verbündeten Lübeckern den Tadel Martin Luthers einbrachte. Der dänische Reichsrat trug dem Gottorfer Herzog die Krone an. Friedrich konnte durch kluge und vorsichtige Politik das Land stabilisieren und seine Herrschaft sichern. Er begünstigte reformatorisch gesinnte Prediger, verzichtete aber auf eine von oben verordnete Reformation, wie sie sein Sohn und Nachfolger Christian III. in Hadersleben und dann in Dänemark und den Herzogtümern durchführte.

Bodesholm Grab

 

Bereits als Herzog hatte Friedrich I. für seine Gattin und sich ein Grab in Bordesholm errichten lassen und den berühmten Altar gestiftet.

Nachdem Christian III. in der „Grafenfehde“ die Thronfolge behauptet und durch die Kirchenreformation die Einkünfte der Krone erheblich vermehrt hatte, ließ er den Antwerpener Künstler Cornelis Floris ein repräsentatives Königsgrab für seinen Vater anfertigen, der 1533 im Schleswiger Dom beigesetzt worden war.

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Wappen



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Friedrich