Preußentum und Protestantismus:

Die Glasfenster im St. Petri-Dom

Bischofsfenster

 

Vereinzelte Nachrichten bezeugen Farbglasfenster im Dom: Nach Cypräus (1536 - 1609) waren im Chor Fenster, die Bischof Helrich v. d. Wisch (1474-88) hatte einsetzen lassen. Ulrich Petersen (1656 - 1735) berichtet, dass er die Geschichte der Bistumsgründung mit Kaiser Ottos I. Wappen und Jahreszahl abgebildet gesehen habe. Im 18. Jahrhundert hatte der Dom offenbar eine Bleiverglasung in Rautenform, im 19. Jahrhundert waren keine alten Glasmalereien mehr zu sehen.

Im Kontext von Turmbau und Domrestaurierung entwarf Baurat Hotzen 1889 ein Bildprogramm für Farbglasfenster: in Querschiff und Chor große Darstellungen aus dem Leben Jesu, im Langhaus in den Bogenfeldern kleine Bilder aus Altem Testament und Leben der Kirche. Nach diesem Plan wurden ausgeführt:

Langschiff

1.Nordseitenschiff, Westfenster – Paul Gerhardt: Seine Familie in der Fremde, er selbst als Geistlicher, Berufung nach Lübben. Stifter: Stadt Schleswig.

2.Nordfenster – Martin Luther: Thesenanschlag, Reichstag zu Worms, auf der Wartburg. Stifter: Familie Dr. Suadicani.

domplan 1890

 

3.Südseitenschiff, Westfenster – Verfluchung Kains, Kain erschlägt Abel, Opfer der Brüder. Stifter: Stadt Schleswig.

4.Südfenster rechts – Bau der Arche, Sündflut, die rettende Arche. Stifter: Familie von Plessen.

5.Südfenster links – Untergang der Menschen, Dankopfer Noahs, Arche. Stifter: Familie von Plessen.

1893 vereinfachte man das Bildprogramm, griff teilweise auf Entwürfe für die Schlosskirche in Wittenberg zurück und ließ besondere Stifterwünsche zu. Diese Fenster sind schlicht, mit Laub- oder Maßwerk in den Bögen sowie Stifterinschriften und -wappen.

Große Bilder im Langschiff:

6. Südseitenschiff, 2. Joch rechts – Ritter Helmold v. Plessen mit seinen Kirchenstiftungen. Stifter: Familie von Plessen.

Die Glasfenster im St. Petri-Dom 1 | Die Glasfenster im St. Petri-Dom 2

Kaiserin



Auferstehung



Duerer: Auferstehung



Pfingsten



Duerer: Pfingsten

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